Einladung zum öffentlichen Vortragsabend

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Worum es an diesem Abend geht

Ein Streitgespräch über die Freimaurerei – mitten in einem Weltroman.

Thomas Manns „Zauberberg“ ist vor gut hundert Jahren erschienen und gilt als einer der großen Romane der deutschen Literatur. Kaum jemand weiß, dass der Autor darin der Freimaurerei rund zehn Druckseiten widmet – ausgerechnet in einem Buch über Krankheit, Zeit und den geistigen Zustand Europas am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Diese Seiten sind kein Beiwerk. Sie führen mitten hinein in die Frage, was die Freimaurerei eigentlich ist und sein will.

Ausgetragen wird die Frage zwischen den beiden großen Widersachern des Romans. Der Humanist Lodovico Settembrini versteht die Freimaurerei aufklärerisch und politisch: als Bund der Vernunft, des Fortschritts und der Menschenrechte, angetreten gegen Aberglauben und Willkür. Ihm widerspricht Leo Naphta, der ihr eine mystische, an den Hochgraden orientierte Deutung entgegenhält – Freimaurerei als Erbin alchemistischer und asketischer Traditionen, als Weg der Einweihung, nicht des Fortschritts. Zwischen beiden steht der junge Hans Castorp und hört zu – wie das Publikum an diesem Abend.

Dr. Lothar Jegensdorf und Eckhard Kühl führen durch diesen Streit: mit einer Einführung in den Roman, mit einer dialogischen Lesung der maurerischen Plaudereien und mit einer freimaurerischen Deutung dessen, was Thomas Mann da eigentlich verhandelt. Das Format haben die beiden im Januar 2026 in Oldenburg erprobt; die Zeitschrift HUMANITÄT hat am 13. April 2026 darüber berichtet.

Der Abend ist öffentlich und setzt keine Vorkenntnisse voraus – weder über Thomas Mann noch über die Freimaurerei. Wer den „Zauberberg“ nie gelesen hat, ist ebenso willkommen wie alle, die ihn kennen.

Die Referenten

Dr. phil. Lothar Jegensdorf ist Germanist und wurde in Neuerer Literaturwissenschaft promoviert. Beruflich leitete er als Direktor das Niedersächsische Landesinstitut für Lehrerfortbildung in Hildesheim. Der Freimaurerei gehört er seit fast fünfzig Jahren an – die Verbindung von literarischer Analyse und maurerischer Erfahrung prägt seine Lesart des „Zauberbergs“.

Eckhard Kühl ist Sozialpädagoge, Altstuhlmeister der Loge „Zum Aufbruch an der Hunte“ in Oldenburg und Zugeordneter Distriktmeister für den Distrikt Bremen. Gemeinsam mit Dr. Jegensdorf bestreitet er die dialogische Lesung, in der Settembrini und Naphta an diesem Abend wieder aufeinandertreffen.

Der Abend im Überblick

1.
Einführung in den Roman
2.
Dialogische Lesung der maurerischen Plaudereien
3.
Freimaurerische Interpretation
4.
Freie Diskussion

Einlass und Beginn folgen mit dem Termin. Änderungen im Ablauf behalten wir uns vor.

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